28.07.2026 Kreistag Stade: AfD kritisiert Vorhaben „Kinderfreundlicher Landkreis“ als teure Symbolpolitik

Anke Lindszus, AfD Fraktionsvorsitzende, argumentierte im Kreistag am 29.6.2026  wie folgt (Kreistagsmediathek auf Youtube ab Min 1:10:00 – 1:14:21):

Sehr geehrter Herr Landrat, verehrte Kreistagsmitglieder, liebe Zuhörer,
der Landkreis Stade soll „kinderfreundliche Kommune“ werden. Klingt gut, ist aber teure Symbolpolitik auf Kosten der Steuerzahler.
War unser Landkreis bisher nicht kinderfreundlich? Die unausgesprochene Botschaft dieses Programmes lautet ja.
Dies wird allen Landkreisen und Kommunen unterstellt, die keinen Wert auf das Siegel legen. Das ist doch absurd. Warum will man das Siegel trotzdem?

Man will künftig bei allen Planungen und Entscheidungen der Kreisverwaltung  verbindlich prüfen, ob Artikel 3 der UN-Kinderrechtskonvention eingehalten wird – vom Haushalt über die Mobilität bis hin zur Raumgestaltung. Nicht dass man bisher gegen die Konvention verstoßen hätte, sicher nicht, aber man hat es nicht explizit dokumentiert.

Das Siegel, es schafft nicht mehr Kindeswohl, sondern mehr Bürokratie und es kostet. Neue Stellen für eine Kinder- und Jugendbeauftragte oder eine Kinderschutzfachkraft, Schulungen für mindestens 7.000 Euro, Software, Konzepte und immer neue Arbeitskreise. Natürlich heißt es „mit vorhandenem Personal“, aber ich bitte Sie, wir kennen das Muster: Am Ende fehlt dem Personal Zeit für die eigentliche Arbeit und muß aufgestockt werden,

Ich möchte zwei Beispiele nennen, die nicht so toll sind, und die nicht verbessert werden mit einem Siegel:

Erstens haben wir Hinweise darauf, dass Kindeswohl-Gefährdungsmeldungen bei uns im Kreis nicht immer korrekt und zügig bearbeitet werden. Ich habe dazu am 19. Mai 2026 eine Anfrage gestellt – sie ist bis heute unbeantwortet.

Zweitens hat der Landkreis es bis heute nicht geschafft, die gesetzlich geforderte Täterberatungsstelle einzurichten. Eine solche Stelle würde direkt dazu beitragen, Gewalt gegen Kinder zu verhindern. Das wäre echte Prävention.

Wir sehen,  grundlegende Prozesse funktionieren nicht verlässlich – nicht zuletzt wegen fehlendem Fachpersonal. Mit diesem Projekt beschäftigen wir aber Personal, anstatt diese Probleme zu beheben. Wir verstärken unseren Mangel.

Und wir machen uns abhängig von einem externen Verein – und ja
als erster Landkreis bundesweit – super PR, aber für wen? Für unsere Kinder oder für den Verein und seine Gutachter, die dieses Siegel vergeben.?

Übrigens, jeder kann so einen Verein gründen und ein Siegel entwerfen.

Mir kommt da eher der Gedanke, die Kommunen bräuchten ein Siegel für wirtschaftlich ökonomischen Sachverstand. Nun gut, Sie ahnen es -wir lehnen den Aktionsplan in dieser Form ab.

–       Lassen Sie uns kinderfreundlich sein ohne Siegel
–       Lassen Sie uns nicht mehr Bürokratie schaffen.
–       Lassen Sie uns wahre Probleme lösen.

Vielen Dank

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