24.11.2023 Mittelnkirchen will Agri-PV

Der Rat der kleinen Kommune Mittelnkirchen hat am 21.11.2023 beschlossen, “die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit des B-Plans Nr. 10 „Agrar-PV Anlage Dorfstraße“ durchzuführen und gleichzeitig die Träger öffentlicher Belange frühzeitig zu beteiligen.”

An der Verbindungsstraße zu Westerjork sollen für 35 Mill. Euro 18 ha (=180.000 qm) Obstbaufläche mit Solarpanelen überdacht werden. Diese werden in einer Höhe von 3,2-6m oberhalb der Baumreihen platziert.  Die Obstbaumkultur wird angeblich kaum beeinträchtigt, im Gegenteil, die Panele dienen als Hagel- und Sonnenschutz. Details dazu im Ratsinformationssystem s. HIER. Agri-PV-Anlagen über Obstbauflächen werden z.Z. in verschiedenen Projekten untersucht, s. HIER und HIER). Die Gemeinde Mittelnkirchen bekäme knapp 50.000€ / Jahr aus der EEG-Umlage und nach ca. 12 Jahren eine entsprechende Gewerbesteuer. Direkt betroffene Anwohner der Anlage erhalten 300-400€ Strompreis-Vergünstigungen. Das Projekt wird selbstverständlich im Rahmen der Klimaschutz-Agenda über Steuergelder subventioniert (s. HIER und HIER).

Finanzielle Gewinner dieses Projekts sind die Investoren, das Planungsbüro und der Landwirt (Pacht).

Verlierer werden die Stromkunden sein: Denn mit jedem Solar- oder Windkraftprojekt wird das Stromnetz instabiler und der Strompreis steigt. Für Flautezeiten in dunklen Jahreszeiten mit wenig Wind muss als Ersatz für Solar- und Windkraftanlagen die gleiche konventionelle Kraftwerksleistung vorgehalten werden. Diese doppelten Investitions- und Unterhaltungsleistungen sowie die jährlich zuehmenden Maßnahmen zur Stabilisierung des Stromnetzes treiben den Strompreis in die Höhe. Durch den zeitweiligen Überschuss an “Öko-Strom” entstehen negative Preise an der Strombörse, d.h. wir bezahlen unsere Nachbarländer dafür, dass sie uns den Strom abnehmen und kaufen ihn später zu überhöhten Preisen zurück. Lesen Sie zu diesem Thema einen aufschlussreichen ARTIKEL in der NZZ.

Fazit: Der Einfluss des Menschen auf das Klima ist marginal (Informationen s. HIER), aber die Energiepreise steigen definitiv weiter. Sie treiben unsere Industrie und die mittelständische Wirtschaft immer weiter in den Ruin oder ins Ausland. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes wird zerstört. Und auf der untersten kommunalen Ebene lässt man sich kaufen durch Beteiligungen und lukrative Pachten – auf Kosten aller Stromkunden und Steuerzahler.

Astrid zum Felde