Da bekommt der Schreiber einer relativ unbedeutenden Lokalzeitung einen sicherlich vertraulichen Hinweis, der ihn sofort auf den Plan ruft. Er sieht eine großartige Gelegenheit, seinen und den Kampf seiner Postille gegen rechts mit aktueller Munition zu versorgen. Wie immer führt er seinen heroischen Kampf nicht allein. Selbstverständlich sind auch die „Omas“ bestens informiert und pünktlich zur Stelle, um „unsere Demokratie“ zu schützen. Denn diese „unsere Demokratie“ ist in Gefahr.
Gefährdet durch ein Treffen von einigen Mitgliedern im Dorfgemeinschaftshaus in Neuenkirchen. Diese Personen haben sich erdreistet, einem Vortrag zu lauschen, der sich mit Ereignissen während des 1. Weltkrieges in Ostpreußen befasst. Für jeden linksgrünen Menschen ist das selbstverständlich ein klarer Fall für den Verfassungsschutz und die Einleitung eines Verbotsverfahrens gegen die AfD. Dumm nur, dass das Verwaltungsgericht in Köln gerade dem Verfassungsschutz und der ehemaligen Bundesinnenministerin Faeser (SPD) das eigene Gutachten um die Ohren gehauen hat. Da ist es jetzt doch ein Ansporn, endlich Nägel mit Köpfen zu machen. Der Zeitungsschreiber steht mit den Omas ab 17.00 Uhr pünktlich vor dem Dorfgemeinschaftshaus und es tut sich — nichts. Warum? Dummerweise waren seine Informationsgeber nicht so ganz richtig auf dem Laufenden. Die AfD-Veranstaltung startete erst 2,5 Stunden später. Was machen mit der vertanen Zeit? Man belässt es bei einem im Vorwege veröffentlichten Bericht über die Veranstaltung. Die politische Einordnung des Vortrages, den er selbst nicht gehört hat, war ihm ganz besonders wichtig. Eine Glanzleistung des Lokaljournalismus. Dafür haben die „Omas“ den Redakteur jetzt sicher ganz doll lieb.
Helmut Wiegers, AfD-Kreisverband Stade, Pressesprecher
