Einmal monatlich landet ein politisches Buch auf meinen Nachttisch als Schlaflektüre. Im Februar habe ich das Werk Finis Germania von Rolf Peter Siederle ausgewählt.
Mit Finis Germania legt Sieferle ein schmales, aber gedanklich dichtes Buch vor, das sich weniger als historisches Fachdokument, sondern vielmehr als kulturkritischer Essay von hoher Verdichtung lesen lässt.
Finis Germania wirkt wie das Resümee eines Denkers, der die ideellen Fundamente der Bundesrepublik – Erinnerungskultur, Moralpolitik, nationale Identität – einer schonungslosen Prüfung unterzieht. Gerade diese kompromisslose Perspektive verleiht dem Buch seine inhaltliche Kraft.
Ein zentraler Reiz des Buches liegt in seiner essayistischen Offenheit:
Sieferle stellt Fragen nach Schuld, Identität und politischer Moral nicht im Modus des Konsenses, sondern der intellektuellen Konfrontation.
Er fordert Leserinnen und Leser heraus, eigene historische Einordnungen zu prüfen. Gerade diese Herangehensweise kann – jenseits aller Zustimmung oder Ablehnung – als produktiver Impuls verstanden werden.
Natürlich ist Finis Germania kein versöhnliches Buch. Es ist ein Text der Zuspitzung, der bewusst gegen den Strom schwimmt. Doch gerade darin liegt seine Bedeutung: als Dokument einer geistigen Selbstbefragung, die sich dem Mainstream entzieht und auf eigenständiges Denken drängt. Das passt aber nicht in das Weltbild der populistischen Mediengestalter.
Im Juli 2017 wurde Finis Germania auf der Spiegel-Bestsellerliste für Sachbücher wochenlang an sechster Stelle gelistet. Kurz darauf wurde das Buch von der Redaktion zunächst ohne Angabe von Gründen von der Liste gestrichen. Der Autor wurde diffamiert, der Inhalt (absichtlich oder aus Dummheit) falsch verstanden und das Buch aus den Bestsellerlisten entfernt. Letztlich hat dieser unerhörte Vorgang jedoch zu dem Riesenerfolg von Finis Germania beigetragen.
Als literarisch-essayistisches Werk bleibt es bemerkenswert – ein schmaler Band mit großer gedanklicher Wucht, der weniger Antworten liefert als Denkbewegungen auslöst.
Empfehlenswert besonders um hintergründige Machenschaften der linkspopulistischen Medienlandschaft zu verstehen, welche die Deutungshoheit für sich in Anspruch nimmt.
Die Auseinandersetzung mit Finis Germania zeigt, wie ideologisch belastet das Verhältnis von Erinnerung, Identität und Kritik in Deutschland ist.
Mein Urteil: In jedem Fall lesens- und denkenswert.
Hil Arion
Rolf Peter Sieferle
Finis Germania – Neuausgabe
9783944872902
Manuscriptum 2019
gebunden, 128 Seiten
