20.12.2021 Flucht nach vorn, Nebelkerzen und eine von Nazis gern genutzte faule Ausrede

Die AfD-Fraktion im Stader Kreistag hat unlängst einen Antrag gestellt, der sich mit den ungeheuerlichen Aktivitäten des Buxtehuder Tageblatt während der Diktatur der Nationalsozialisten befasst. (s. HIER).

Das Tageblatt hat mit einem Bericht unter „Tageblatt intern“ vom 18.12.21 darauf reagiert. Fazit: Der Chefredakteur dieser Zeitung hat die Flucht nach vorn antreten müssen.

Dass diese Zeitung der AfD kritisch gegenübersteht, wie sie selbst es nennt, ist ja noch halbwegs verständlich. Aber ist diese Zeitung wirklich nur kritisch gegenüber einer demokratischen Partei oder wirft sie permanent mit braunem Dreck? Der AfD Kreisverband Stade ist eher durch Zufall auf Fakten gestoßen, die belegen, dass es hier im Landkreis einige Organisationen mit Personen gibt, die tief in die Verbrechen der Nationalsozialisten verstrickt waren. Der Griff in den braunen Dreck ist also auf direktem Weg möglich, wenn man nur an der eigenen Hose herunterschaut. Dazu gehört auch das Tageblatt. Der Aufruf zum Boykott jüdischer Geschäfte und die uneingeschränkte Unterstützung der Nationalsozialisten durch die Eigentümer und die Redaktion dieser Zeitung ist schon mehr als heftig.

Der Herr Chefdemagoge behauptet, das sei alles schrecklich, aber die Zeitung hätte dieses düstere Thema offen in „Jubiläumsausgaben des Verlages“ kommuniziert. In „Jubiläumsausgaben“? Na, dann warten wir einmal auf die angekündigte „Jubiläumsausgabe“ zum 150ten Geburtstag dieser Zeitung. Ob die Leser dort etwas über Entschädigungsleistungen an diejenigen, denen diese Zeitung massiven Schaden zugefügt hat, lesen werden? Das ist aus bisheriger Erfahrung eher nicht zu erwarten.

Fazit: Nichts als Nebelkerzen, die das Ausmaß der aktiven Beteiligung an den Verbrechen der Nationalsozialistischen Diktatur verwischen sollen.

Dem Ganzen wird die Krone aufgesetzt, indem dieser Chefdemagoge versucht, das Buxtehuder Tageblatt als Opfer der Nationalsozialisten darzustellen. „Ab 1933 wurde das Blatt von den Nationalsozialisten missbraucht ………“ Viele Naziverbrecher haben argumentativ genau diese Umkehr vom Täter zum Opfer genutzt; leider manchmal erfolgreich.

Dieser Bericht „Tageblatt intern“ ist ein leuchtendes Beispiel an Heuchelei und scheinheiliger Moral. Nein, Herr Chefdemagoge, auf dem Boden „unserer freiheitlichen Grundordnung“ steht, ob Sie es wahr haben wollen oder nicht, die AfD.

 

Maik Julitz
Dipl.-Ing. f. Kunststofftechnik

Kreistagsabgeordneter der AfD Fraktion