24.05.2021 Offener Brief an das Tageblatt zum Thema "Auslastung der Intensivbetten in Deutschland"

Sehr geehrte Redakteure des Stader Tageblattes,

die "WELT" veröffentlichte in den vergangenen zwei Wochen drei Artikel, die sich mit der Auslastung der Intensivstationen durch Covid-Patienten beschäftigen. Diese Artikel widersprechen dem Narrativ, welches seit Monaten als Begründung für bisher beispiellose Grundrechtseinschränkungen und die Verabschiedung der "Bundesnotbremse" herhalten musste: "Unsere Intensivstationen laufen über". Leider befinden sich alle drei Artikel hinter der Bezahlschranke.

In einem der WELT-Artikel (s. HIER) wird der Informatiker Tom Lausen aus Grünendeich (!) vorgestellt, der seit November 2020 die Daten des DIVI-Intensivregisters und des RKI mit Hilfe eines eigenen Programmes tagesaktuell analysiert und durch Grafiken visualisiert. Er pflegt hierfür die täglichen Berichte des DIVI und RKI in eine Datenbank ein, um die regionale Entwicklung auf einer Zeitachse nachzuvollziehen. Die "WELT" ließ seine Arbeit durch vier Fachleute verifizieren. In diesem VIDEO (Youtube) erläutert Herr Lausen seine Recherchen:

Im November 2020 wurde das Krankenhausfinanzierungsgesetz verabschiedet, welches den Krankenhäusern finanzielle Unterstützung zusagt, ab einer Auslastung von 75% der Intensivbetten. Die Grafiken verdeutlichen, dass ab November 2020 bundesweit ein massiver Abbau von Intensivbetten stattgefunden hat und in diversen Krankenhäusern die Anzahl der frei gemeldeten Intensivbetten auffällig und sprunghaft der Anzahl der Patienten folgte und dadurch eine entsprechende prozentuale Auslastung entstand. Des weiteren wird bei der Meldung der COVID-Patienten nicht zwischen AN Covid erkrankten und positiv getesteten, symptomlosen Patienten unterschieden, die aus anderen Gründen auf der Intensivstation liegen (also eine Irreführung analog zu den Verstorbenen). Die Mehrfachzählung verlegter Patienten verfälscht die Zahlen zusätzlich.

Der WELT-Artikel spricht mit Blick auf die Ergebnisse Herrn Lausens und dessen dokumentierter Korrespondenz mit dem DIVI, welches sich sehr "verblüfft" zeigte, von einem „pandemiepolitischen Desaster“.

Erstaunlicherweise findet sich bisher in anderen deutschen Medien kein Bericht über diese Angelegenheit, obwohl das Thema hochbrisant ist. Zeigen doch die Recherchen, dass das Fundament der einschneidenden Pandemie-Maßnahmen bröckelt.

Ich möchte Sie daher auffordern, das Thema aufzugreifen und zu veröffentlichen. Da Herr Lausen hier im Landkreis wohnt, besteht sicherlich die Möglichkeit, sich aus erster Hand bei ihm zu informieren. Ich bin überzeugt, dass die Leser des Tageblattes daran interessiert sind.

Freundliche Grüße von Astrid zum Felde,

Vorsitzende der AfD Fraktion SG Lühe

INTERVIEW - Tom Lausen - mit den Anwälten für Aufklärung

ARTIKEL auf wochenblick.at

Thesenpapier Matthias Schrappe

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Antwort des Redaktionsleiters Karsten Wisser am 1.6.2021: Er werde sich die WELT-Artikel besorgen und dann entscheiden, ob er einen Artikel bringt. Das Video sei nicht brauchbar, da unseriös. Stand 13.6.: kein Artikel erschienen, keine Rückmeldung. Inzwischen hat die BILD recherchiert, s. HIER.