29.12.2022 Das Stader „TAGEBLATT“ verhängt Werbeverbot für die AfD

Als Leser dieser Zeitung sollte man sich dringend einmal mit der Geschichte des Blattes beschäftigen. Geht ganz einfach: s. Tageblatt online. Liest sich doch gut und hört sich nett an? Also alles in Butter? Mitnichten!
Über das „segensreiche Mitwirken“ dieser Zeitung in der Zeit des Nationalsozialismus liegen uns bisher nur wenige Informationen vor. Die wenigen aber haben es in sich.

Ein Beispiel vom 30.03.1933, also kurz nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten, Originaltext aus dem Tageblatt (bzgl. des Boykotts jüdischer Geschäfte):
„Das Buxtehuder Tageblatt begrüßt den Abwehrkampf gegen die Greuel- und Lügenpropaganda und schließt sich der als Vergeltungsmaßnahme eingeleiteten Boykottbewegung der NSDAP rückhaltlos an. Dem Aktionskomitee zur Durchführung des Boykotts stellen sich der Verlag und die Geschäftsleitung des Buxtehuder Tageblatts voll und ganz zur Verfügung."


Deutlicher geht es nicht mehr. In der Selbstdarstellung auf dem Onlineportal gibt es dazu kein einziges Wort. Wer es nicht glaubt, dem sei die Lektüre der Mitteilungsvorlage der Hansestadt Buxtehude vom 01.07.2021 (hier 2021/206-1) empfohlen. Hochinteressant, nicht nur zum Thema Tageblatt.
Eigentlich sollte man annehmen, dass eine angeblich renommierte und traditionsreiche Lokalzeitung mit ihrer Geschichte offen umgeht. Ein Ergebnis der angekündigten „Aufarbeitung“ ist aber bis heute nicht öffentlich bekannt geworden.
Das alles ist jetzt fast 90 Jahre her. Heute leben wir glücklicherweise in einem demokratischen Rechtsstaat. Die Basis dieses Rechtsstaats ist das Grundgesetz von 1949. Diese Basis ist, immer deutlicher erkennbar, durch Erosion bedroht. Auch durch das Tageblatt.

Dazu folgende Äußerung dieser Zeitung auf unsere einfache Preisnachfrage zum Thema Onlinewerbung:
„Grundsatzentscheidung bei uns im Verlag, Werbung im Print und Online für die AfD werden nicht veröffentlicht.“


Das Tageblatt fügt sich damit nahtlos in die Reihe derer ein, die mit undemokratischen Mitteln versuchen, die Grundrechte politisch anders Denkender einzugrenzen. Eine vermeintliche Monopolstellung in der öffentlichen „Meinungsbildung“ scheint dafür die Basis zu sein. Es mag sein, dass auf lokaler Ebene das Tageblatt noch eine, im Sinne der Redaktion und Eigentümer, Wirkung erzielen kann. Überregional wird es aber für diese Lokalmonopolisten immer schwieriger werden.

Festzuhalten ist, das Tageblatt steht, wie vor fast 90 Jahren, wieder einmal fest auf der ökonomisch und ideologisch „richtigen Seite“. "Dem „Boykott(s) stellen sich der Verlag und die Geschäftsleitung des Buxtehuder Tageblatts voll und ganz zur Verfügung."


Helmut Wiegers, stellv. Vorsitzender AfD-Kreisverband Stade